![]() | Beispielseite |
| [home] | [bestellung] | [produktübersicht] | [händlernetz] | [aktuelles] | [links] | [kontakt] | [impressum] |
Auf dieser Tour wandern wir von der weitgehend ebenen Brandhochfläche hinab in das tief eingeschnittene, selbst im Hochsommer kühle Polenztal. Die umfassende Brandaussicht als einer der schönsten Ausblicke der Sächsischen Schweiz und das Polenztal als das ökologisch wertvollste Gebiet der Vorderen Sächsischen Schweiz stellen die Höhepunkte dieser Wanderung dar.
| Wanderroute: | Hohnstein - Rathaus - Bärengarten - Halbenweg - Steinbruch - Räumichtweg - Sauteich - Brandaussicht - Aussicht auf die Hafersäcke - Schulzengrund - Waltersdorfer Mühle - Polenztal - Schindergraben - Bärengarten - Hohnstein |
| Aussichtspunkte: | Brandaussicht***, Aussicht auf die Hafersäcke** |
| Schwierigkeit: | mittel |
| Länge: | ca. 10 km |
| [Kartenausschnitt A4-Format, 72 KByte, etwa 15s Ladezeit] | |
| Dauer: | ca. 4 h |
| Einkehrmöglichkeiten: | Gaststätten "Brandhotel" an der Brandaussicht und "Polenztal" vor dem Aufstieg durch den Schindergraben; Gasthäuser in Hohnstein |
Das kleine Städtchen Hohnstein thront hoch über dem Polenztal. Als Wahrzeichen von Hohnstein wacht die Burg über dem Städtchen. Der Burg wollen wir nach unserer Wanderung einen Besuch abstatten.
Günstiger Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz "Eiche" am Ortsausgang in Richtung Sebnitz. Von hier geht es hinab zum Hohnsteiner Rathaus, dem mit über 300 Jahren ältesten Fachwerkgebäude der Stadt. Erst seit einem Umbau im Jahr 1917 dient es als Rathaus, vorher nutzte man das Gebäude als Brau- und Wohnhaus, kurzzeitig sogar als Korkfabrik. Bei den Umbauarbeiten zum Rathaus erhielt das Gebäude das als Dachreiter aufgesetzte Türmchen. Seit der Rekonstruktion 1990/91 zählt das Rathaus zu den schönsten Häusern der Stadt.
Am Ratskeller vorbei gehen wir hinab in den Bärengarten, von dem wir noch Reste der alten Sperrmauer erkennen können. Der Bärengarten stellt ein Zeugnis der Jagdleidenschaft des sächsischen Hofes dar, einst wurde er zur Hege von Bären genutzt (siehe Exkurs S. 74).
Der Wanderweg führt nun weiter auf dem Halbenweg, einem sog. Begangsteig, der sein Entstehen der Forstwirtschaft verdankt. Kurz darauf passieren wir den "Großer Halben" genannten Klettergipfel und im hintersten Winkel der "Kaltes Loch" genannten Schlucht führt ein Pfad zur Gautschgrotte. Hier sind vor allem Teile einer geologisch weichen Sandsteinschicht verwittert und haben einen großen, ca. 18 m hohen Felsüberhang entstehen lassen, von dessen Rand oft Wasser hinabtropft. Besonders bekannt ist die Gautschgrotte für die eindrucksvollen Eisbildungen im Winter. 1881 brachte der Ge-birgsverein für die Sächsische Schweiz eine Inschrift zu Ehren von KARL GAUTSCH an, nach dem diese Grotte benannt wurde.
Der Halbenweg führt ohne größere Höhenunterschiede um etliche Felsenriffe herum bis zum Steinbruch. Hier wurde früher Sandstein abgebaut. Besonders sehenswert ist die große, ca. 25 m breite und bis 10m tiefe Schichtfugenhöhle im hinteren Teil (ein kleiner Pfad führt dorthin).
Jetzt verlassen wir den Halbenweg und steigen links auf dem Steinbruchweg hinauf zur Hochfläche, auf der wir dem grün markierten Räumichtweg folgen. Im Verlauf des Räumichtweges können wir an drei Stellen verschiedene Entwicklungsstadien des Waldes näher betrachten. Das ist insofern besonders interessant, weil gegenwärtig in den sächsischen Wäldern, ganz besonders in der Nationalpark-Region, ein verstärkter Waldumbau erfolgt. Damit der Wanderer die Stellen, an denen sich die im folgenden erklärten Waldbilder befinden, betrachten kann, sind diese in der Karte auf Seite 76 mit den Ziffern 1-3 bezeichnet.
Zuerst kommen wir zu einem Umbaubestand (Waldbild 1), der schon eine deutliche innere Gliederung aufweist. Seit 1961 wird hier die Überführung nach dem Femelschlagverfahren betrieben. Unter dem gelichteten Dach des Fichten-Hochwaldes konnte sich nach zeitlich gestaffelter Pflanzung von Buche und Tanne bereits ein vielschichtig gegliederter Unterstand entwickeln, der künftig immer mehr in den Oberstand hineinwachsen und zu einer dauerwaldartigen Durchgrünung des gesamten Wuchsraumes führen wird. Dann ist das Plenterwald-Stadium erreicht, bei dem eine Holzernte nur noch baumweise nach bestimmten Zielstärken erfolgt.
Weiter wandern wir, bis wir in einer Linkskurve den Rand der Brandhochfläche erreichen (Waldbild 2). Dort geht die lößlehmbedeckte Randebenheit des Brandes in das zerklüftete Felsgebiet des Polenztals über. Der Wegverlauf bildet hier aber auch forst-licherseits eine Grenze. Im Nationalpark Sächsische Schweiz werden die Wälder in zwei Behandlungsgruppen unterteilt, die an dieser Stelle zusammentreffen. Die Waldbestände links vom Wege gehören zum Pflegebereich (Waldbau-Bereich), rechts davon erstreckt sich der Ruhebereich (Wildnis-Bereich). Im Ruhebereich finden keine waldbaulichen Maßnahmen mehr statt, hier läuft in Zukunft die Waldentwicklung ohne Zutun des Menschen spontan ab. Das Waldbild rechterhand zeigt eine für die Sächsische Schweiz typische Felsbestockung von noch weitgehend naturnaher Ausprägung.
Weiter wandern wir auf dem Räumichtweg im Halbkreis bis zur Großen Räumichtwiese. Kurz darauf bemerken wir linkerhand einen Waldbestand, bei dem Eichen-Jungwald unter einem lockeren Kiefern-Schirm heranwächst (Waldbild 3). Mit diesem Waldbild wird der Beginn eines Waldumbaus vorgestellt. Die Einbringung der Lichtbaumart Eiche verlangt ein anderes Vorgehen als im Waldbild 1, Buche und Tanne sind wesentlich schat-tenliebender als die Eiche. Daher wurde beim Waldbild 3 der Oberstand 1993 auf ganzer Fläche im Sinne eines Schirmschlagverfahrens aufgelichtet und Traubeneiche, Hainbuche und Winterlinde unterpflanzt. Inzwischen hat sich auch die erwartete Naturverjüngung von Kiefer und Lärche eingefunden, teilweise trat durch die plötzliche Lichtgabe starke Vergrasung ein. Waldbau bleibt eben immer ein Spiel mit Licht und Schatten.
Bald darauf haben wir den Neuweg erreicht. An dieser Wegkreuzung halten wir uns weiter an die grüne Markierung, kommen an einem kleinen, vom Wald umgebenen Teich, dem Sauteich, vorbei und erreichen einen breiten Forstweg, die Brandstraße. Dieser folgen wir nun geradewegs bis zur Brandaussicht mit dem Brandhotel. Die umfassende Aussicht zählt ganz sicher zu den schönsten der Sächsischen Schweiz: der Blick reicht vom Rathener Gebiet über die zahlreichen Tafelberge bis zu den Schrammsteinen, zum Winterberg und Rosenberg.
Zur Brandaussicht führt, steil aufsteigend aus dem Tiefen Grund über die Brandstufen, auch die Wanderung 6. Auf den Seiten 92/93 erfährt der Wanderer Weiteres zur Brandaussicht und ihrer touristischen Entwicklung. Vor dem Weiterweg in Richtung Polenztal sollte man die Aussicht auf die Felsformation der Hafersäcke besuchen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Tiefen Grundes befinden sich die Ochelwände, die kleine Siedlung Waitzdorf wird kaum sichtbar hinter den Bäumen.
Wieder zurück am Brandhotel, folgen wir der Brandstraße nur ein kurzes Stück zurück, bis linkerhand der Abstieg in den Schulzengrund abzweigt. Durch dieses lange, tief in die Brandhochfläche eingeschnittene Tal wandern wir nun hinab. Inmitten der Schlucht mit ihrem naturnahen Wald können wir einige große, alte Buchen bewundern. Bei starkem Wind sollte man beachten, daß die alten Buchenäste bruchgefährdet sind. Im Frühjahr 2000 verunglückte eine Wanderin im Polenztal durch den Abbruch eines starken Astes.
Schon bevor wir den langgestreckten Schulzengrund verlassen, hören wir das Rauschen der Polenz, das Polenztal ist erreicht. Von rechts kommt der Neuweg von der Brandhochfläche herab, beide Wege vereinigen sich, und wir biegen scharf links ab und überqueren nach 100 m den klaren Gebirgsbach, an dem Wasseramsel und Eisvogel zu Hause sind. Mit etwas Glück können wir auf dem weiteren Weg entlang der Polenz die flinken Wasseramseln mit ihrem charakteristischen weißen Brustlatz antreffen.
Das 1897 errichtete Gasthaus Waltersdorfer Mühle - die Mühle hat als Kiosk von Ostern bis Ende Oktober wieder geöffnet - lassen wir hinter uns. Rechterhand erhebt sich ein steiler Felsen, der "Polenztalwächter". Um 1894 gab es Pläne, an der Waltersdorfer Mühle das Engtal der Polenz anzustauen und wie auf Kirnitzsch oder Kamnitz eine Kahnfahrt einzurichten. Schon vorher, um 1890, gab es ernsthafte Bestrebungen, eine Eisenbahn durch das Polenztal zu bauen. Realisiert wurden die Ideen allerdings nicht, zum Glück für die Natur. So bleibt das Polenztal heute nur dem Wanderer vorbehalten.
Immer weiter wandern wir bachaufwärts. Die Polenz hat sich im Engtal noch weitgehend ihren ursprünglichen Wildbach-Charakter bewahrt. Überall ragen große alte Buchen und Fichten zum Licht empor. Ganz besonders wertvoll ist die beachtliche Zahl von Alttannen, erkennbar u.a. an den silbrigen Stämmen.
Ein Naturschutzziel, die Rückentwicklung zum Urwald, befindet sich bei diesem Talabschnitt in einer bereits recht fortgeschrittenen Phase. Das abwechslungsreiche Waldgefüge kommt vor allem der natürlichen Verjüngung der Weißtanne sehr entgegen. Im Polenz-Engtal haben sich noch etliche vitale Alttannen erhalten, ansonsten ist diese Baumart in Sachsen leider schon seit längerer Zeit vom Aussterben bedroht. Die meisten Alttannen befinden sich auf der anderen Seite der Polenz, so daß der interessierte Naturfreund vom Weg aus gut Ausschau halten sollte.
Nach diesem interessanten, dem sicherlich schönsten Abschnitt des Polenz-Engtals, erreichen wir einen Wegweiser unweit des Gasthauses "Polenztal", in dem eine Rast möglich ist. Am Wegweiser zweigt der Weg ab in eine tiefe, dunkle Schlucht, den Schindergraben, dem wir aufwärts nach Hohnstein folgen. Auf einer kleinen Brücke überschreiten wir die Polenz, dann beginnt der Aufstieg. Im engen, klamm-ähnlichen Schindergraben, in den selten ein Sonnenstrahl hineinfällt, ist der typische Schluchtwald mit Fichten, Ahorn, Erlen, Eschen und Buchen besonders gut ausgebildet. Moose und Farne besiedeln die Felswände und in strengen Wintern treten gelb verfärbte Eisbildungen aus den feuchten Wänden aus.
Am Ausgang des Schindergrabens entdecken wir an einer Felswand ein Medaillon mit dem Bildnis von W. L. GÖTZINGER (1758-1818), mit dem der Wegbereiter des Tourismus in der Sächsischen Schweiz vom Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz im Jahre 1887 geehrt wurde.
Am Bärengarten angekommen, schließt sich unsere Rundwanderung. Aufwärts wandern wir nun, vorbei am Rathaus, bis zum Marktplatz von Hohnstein. Hier sollte das schöne Fachwerkhaus, in dem sich die Apotheke befindet, Beachtung finden. Es war neben dem heutigen Rathaus das einzige Gebäude des Stadtkerns, welches nicht durch den großen Stadtbrand im Jahre 1724 zerstört wurde.
Das letzte Tagesziel soll die Burg Hohnstein sein. Vom Markt gelangen wir über die heutige Steinbrücke, an deren Stelle einst eine Zugbrücke einen wassergefüllten Graben überspannte, in den unteren Burghof mit dem stattlichen Renaissanceschloß von 1525.
Durch einen dunklen Gang, der teilweise in den Felsen gemeißelt wurde und über dem sich die Gebäude des oberen Schlosses befanden, erreichen wir den oberen Burghof mit einer alten Linde.
In diesem Gang sollten wir am vorletzten Bogen hinaufschauen, um das Wappen der Berka von der Duba zu entdecken. Genaueres zur Burg und ihrer Geschichte ist auf den nächsten beiden Seiten nachzulesen.